Feuchtwiese und Auwald "Orrigenwisch"

Ende des Jahres 2016 konnten wir nach jahrelangem Bemühen eine kleine seit Jahren ungenutzte Feuchtwiese mit angrenzendem Erlenwald an der Stör erwerben. Durch glückliche Umstände konnten wir 2017 noch weitere angrenzende Bereiche mit schönen Auwald-Beständen ankaufen; insgesamt eine Fläche von 2,4 ha.

 

Die Flächen haben eine interessante Geschichte: Dort wo heute Auwald-Wildnis ist, befanden sich nach alten Karten bis vor 150 Jahren noch offene Feuchtwiesen. In der Flurbezeichnung "Orrigenwisch" (Wisch = Wiese) lebt diese Zeit noch weiter. Die kleine Feuchtwiese ist der letzte Rest dieser Wiesenlandschaft. Vermutlich waren diese Wiesen kaum nutzbar, da ihre Entwässerung durch den flussabwärts liegenden Mühlenstau der Gadelander Papiermühle schwer war, die Wiesen entsprechend nass gewesen sein müssen. Die Nutzung wurde bereits früh aufgegeben und die Flächen bewaldeten sich mit Erlen und Weiden. Eine "Wildnis aus zweiter Hand" entstand, denn auch die nassen Waldbereiche waren kaum nutzbar und wurden überwiegend seit Jahrzehnten sich selbst und der natürlichen Entwicklung überlassen.

 

Wir werden die urtümlich anmutenden Feuchtwaldbereiche weiterhin sich selbst überlassen. Nur im Bereich der kleinen Feuchtwiese, wo noch 2016 das letzte blühende Exmplar des Breitblättrigen Knabenkrautes, einer Orchideenart der Feuchtwiesen, gesichtet wurde, werden wir die alte Nutzung durch Mahd im Rahmen unserer Landschaftspflegeeinsätze wieder aufnehmen - und hoffen dass sich die vor 20 Jahren noch zahlreicheren Orchideen wieder erholen.  Sie sind in der Zeit, in der die Wiese sich selbst überlassen war durch die dichten Schichten alten Grases erstickt worden.

 

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Bildimpressionen aus dem Projektgebiet "Orrigenwisch"

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