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Jetzt frisch online:

Das NAJU-Jahresprogramm 2019

 

Ganz frisch unter der Rubrik "NAJU" - das spannende und abwechslungsreiche Programm unserer Kinder-Gruppe der 'Naturläufer' (NAJU-Ruthenberg) für das Jahr 2019!

Dosenmoor und Einfelder See - bald von Windkraft umzingelt?

 

Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Abkehr vom Atomstrom sind unverzichtbar - doch gerade der Ausbau der Windkraft muss aufgrund möglicher negativer Wirkungen auf Mensch, Landschaftsbild und durch Kollision mit den Rotoren besonders gefährdete Großvögel mit Augenmaß erfolgen. Vor diesem Hintergrund bahnt sich eine Besorgnis erregende Entwicklung im Umfeld des Einfelder Sees und des Dosenmoores an. Diesen für Natur und Naherholung besonders wertvollen Bereich im Norden Neumünsters droht nach den vorliegenden Entwürfen zur Regionalplanung die Umzingelung durch Windparks.

 

Die folgende Karte zeigt die Lage der in Planung befindlichen Vorranggebiete für Windkraft. Die Markierungen beziehen sich auf den ungefähren Mittelpunkt des jeweiligen Gebietes. Die Benennung der Fläche, auf die im folgenden Text Bezug genommen wird, erhalten Sie durch Anklicken der Markierung. Zur genauen Lage und Größe der Flächen finden Sie hier Informationen.

Bezüglich der sechs geplanten Vorranggebiete PR2_RDE_114, PR2_RDE_106, PR2_RDE_130, PR2_RDE_118, PR2_PLO_302 und PR2_PLO_303 ergäbe sich für das Naturschutz- und FFH-Gebiet Dosenmoor eine starke kumulative Wirkung. Das derzeit durch eine fast völlig freie Horizontlinie gekennzeichnete Gebiet wäre geradezu von Windparks umzingelt. Die Errichtung von WKAs in den geplanten Vorranggebieten würde somit zu einer gravierenden Beeinträchtigung des Landschaftsbildes führen, bei dem die für Schleswig-Holstein einzigartige Erlebbarkeit des Charakters eines aufgewölbten Hochmoores vom atlantischen Typ erheblich gestört würde.

 

Das Dosenmoor ist zudem ein Schwerpunktbereich im Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem mit landesweiter Bedeutung. Bei der drohenden „Umzingelung“ mit Windparks ist von einer Entwertung der Verbundfunktion für die Avifauna und damit für diese Artengruppe von einer Isolierung des Dosenmoores vom Biotopverbund auszugehen. Dies droht die über Jahrzehnte im Rahmen der erfolgreichen Moorrenaturierung errungenen bedeutenden Erfolge für die Avifauna (s. u.) zunichte zu machen.

 

Bezüglich der Vorranggebiete PR2_RDE_114 und PR2_PLO_303 ist weiter anzumerken, dass sich im NSG/FFH-Gebiet Dosenmoor ein anerkannter Sammel- und Übernachtungsplatz von bis zu 200 Kranichen befindet. Je nach Witterung werden als Schlafplätze nasse Moorbereiche in den ausgedehnten ehemals industriell abgetorften Bereichen im Südteil des Moores und nasse Erlenbruchbereiche am Nordrand des Moores aufgesucht. In diesen Bereichen sind zudem Brutplätze belegt (Daten aus der Ornithologischen Betreuung des Gebietes durch die lokale NABU-Gruppe; entsprechende Jahresberichte liegen der UNB Neumünster vor). Für die einzuhaltenden Mindestabstände zu den Schlaf- bzw. Brutplätzen ist zu fordern, dass nicht die Mittelpunktskoordinate des Moorgebietes, sondern der reale Aufenthaltsort im Gebiet für die Abstandsfindung berücksichtigt wird. Das Vorranggebiet PR2_RDE_114 unterschreitet den geforderten Abstand von 3.000 m um rund 600 m (gesamter Bereich östlich der K71), das Vorranggebiet PR2_PLO_303 unterschreitet den Abstand um 700 m.

 

Zusätzlich zu den genannten Kranichschlafplätzen sind weitere Vorkommen von Großvögeln betroffen: Im Umfeld der Vorranggebiete PR2_RDE_114, PR2_RDE_130 und PR2_RDE_303 befinden sich vier jährlich besetzte Horststandorte des Weißstorches (Großharrie, Neumünster-Einfeld, Loop, Krogaspe). Die Vorrangflächen lägen jeweils außerhalb des 1.000 m-Radius um diese Horste, jedoch ist durch die überdurchschnittlich hohe Dichte an erfolgreich brütenden Weißstorch-Brutpaaren im Gebiet, die zur Nahrungssuche u. a. die Aalbekwiesen und das Dosenmoor regelmäßig aufsuchen, von einem insgesamt deutlich erhöhten Kollisions- und Tötungsrisiko auszugehen. Die Entwicklung der Weißstorchbestände wird seit 1975 intensiv durch die NABU-Gruppe Neumünster dokumentiert, so dass bei einer Realisierung und Nutzung der für den Weißstorch als kritischen genannten Vorrangflächen die Auswirkung auf die betroffenen Weißstorchbrutpaare belegbar sein wird.

 

Die Vorrangfläche PR2_RDE_114 ist zudem besonders kritisch zu bewerten, weil sich im Bereich Westufer Einfelder See – Bordesholmer See seit mehreren Jahren ein Seeadler-Paar aufhält und regelmäßig nicht nur über dem See und seiner Umgebung, sondern auch über dem Dosenmoor und dem Großen Moor auf Jagdflügen gesichtet wird. Derzeit ist kein Horststandort bekannt, doch ist zumindest aufgrund der stetigen Anwesenheit des Paares ein Brutversuch sehr wahrscheinlich. Aufgrund des geschilderten Raumnutzungsverhaltens der beiden Seeadler ginge von der genannten Vorrangfläche bei Realisation und Nutzung von WKAs ein erhebliches Kollisions- und Tötungsrisiko aus.

 

Bezüglich des Vorranggebietes PR2_RDE_114 ist zusätzlich auf das Vorkommen größerer Zahlen (max. bis zu 600) überwinternder Großer Abendsegler im Bereich des benachbarten Bondenholzes hinzuweisen.

 

Das Dosenmoor und der Einfelder See haben für die Bürger der Stadt Neumünster und der Umgebung eine bedeutende Funktion als Naherholungsgebiet – dies wird aus der starken Frequentierung beider Gebiete durch Spaziergänger deutlich. Die Erholungsfunktion durch den Aufenthalt „in der Natur“ würde in beiden Fällen durch die Dominanz der als technische Anlagen wahrgenommenen Windkraftanlagen erheblich beeinträchtigt. Für die Stadt Neumünster und ihr nördliches Umland würde dies eine großflächige Entwertung ihrer naturnahen Naherholungsgebiete bedeuten. Zur Sicherung eben dieser Funktion als Erholungsräume wurde im Bereich des Einfelder Sees auf dem Stadtgebiet von Neumünster das Landschaftsschutzgebiet „Stadtrand Neumünster“ ausgewiesen. Die Errichtung eines Windparks (PR2_RDE_114) unmittelbar an dessen Grenze bedeutet, auch wenn dies nicht im Bereich des eigentlichen LSGs geschieht, durch die bauhöhenbedingte starke Fernwirkung der WKAs eine massive Beeinträchtigung der Schutzziele des LSGs von außen. Die Potentialflächen PR2_RDE_114 und PR2_PLO_303 liegen zudem in charakteristischen Landschaftsräumen (siehe hierzu „Erarbeitung einer fachlichen Grundlage zur Abgrenzung von charakteristischen Landschaftsräumen als Ausschlussflächen für die Windenergienutzung“ (https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/L/landesplanung_raumordnung/windeignungsflaechen_ausweisung/Downloads/steckbriefeCharakteristischeLandschaftsraueme.pdf?__blob=publicationFile&v=1).

Weidenmeise. Foto: A. Erdbeer/NABU
Weidenmeise. Foto: A. Erdbeer/NABU

Stunde der Wintervögel 2019

Bundesweite Zählaktion vom 4. bis 6. Januar 2019

 

Es ist ganz einfach: Sie beobachten die gefiederten Freunde ganz bequem in Ihrem Garten oder vom Balkon aus und melden dem NABU, was Sie innerhalb einer Stunde entdecken konnten. Vom 4. bis 6. Januar 2019 ist es wieder soweit – machen Sie mit! Der NABU wünscht Ihnen schon jetzt viel Spaß dabei.

 

So funktioniert es: Suchen Sie sich einen Platz, von wo aus Sie gut beobachten können. Notieren Sie von jeder Art die höchste Zahl der Vögel, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen waren. Das vermeidet Doppelzählungen. Melden können Sie Ihre Beobachtungen postalisch (NABU Schleswig-Holstein, Färberstr. 51, 24534 Neumünster), per Telefon (0800-1157-115, nur Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr!) und natürlich online.

 

Weitere Informationen und den Link zum Online-Erfassungsbogen finden Sie -> hier!

Foto: V. Breuer
Foto: V. Breuer

NEU: Das Veranstaltungsprogramm für das Jahr 2019

Unser Veranstaltungsprogramm für das Jahr 2019 ist jetzt "online". Mitglieder erhalten es in den kommenden Tagen zusammen mit der Einladung zur Mitgliederversammlung wie gewohnt per Post.

Die Meldungen des Jahres 2018 sind bereit in das Archiv umgezogen.