Aktuelles

Wanderungen um und durch das Dosenmoor

 

Aufgrund der derzeitig besonders hohen Attraktivität des Dosenmoores bei Besuchern möchten wir aus gegebenen Anlässen darauf hinweisen, dass im Naturschutzgebiet einige Wege für Besucher gesperrt sind und nur noch als Löschweg für die Feuerwehr frei gehalten werden. Die unten zur Verfügung gestellte Karte zeigt die laut Schutzgebietsverordnung des Landes Schleswig-Holstein für Besucher frei gegebenen Wege. Auf diesen läßt sich das Moor bequem erwandern oder umrunden und es läßt sich von diesen Wegen alles erleben, was das Gebiet zu bieten hat. Auch auf diesen Wegen müssen Hunde an der Leine geführt werden. Bitte beachten Sie, dass die gesperrten Bereiche wichtige Rückzugsgebiete und die Kinderstube für Vögel und andere Wildtiere darstellen. Weisen Sie bitte ggf. auch andere Besucher auf die zum Schutz der Natur geltenden Regelungen hin.

Ein weiterer Weg ist ausschließlich für Führungen des Infozentrums Dosenmoor e.V. frei gegeben und darf nur im Rahmen der von dort angebotenen Führungen (derzeit Corona-bedingt nicht angeboten) betreten werden.

In den gesperrten Bereichen brauchen Brut- und Rastvögel (auch und gerade im Winter) ihre Ruhe. Hier darf nur der Schäfer mit seiner Herde durch - und die Feuerwehr.
In den gesperrten Bereichen brauchen Brut- und Rastvögel (auch und gerade im Winter) ihre Ruhe. Hier darf nur der Schäfer mit seiner Herde durch - und die Feuerwehr.

Illegale Waldrodung im Stadtteil Wittorf

 

Der aktuelle Umweltfrevel auf dem ehemaligen Gelände der Firma Alpen im Stadtteil Wittorf schreibt eine unrühmlich Chronik von größeren Verstößen u. a. gegen Landesnaturschutzgesetz und Landeswaldgesetz in der Stadt Neumünster fort (die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

 

2018 – Ungenehmigte Baumfällungen, darunter alte mehrstämmige Buchen, durch die WoBau an der Lötzener Straße

 

2019 – Ungenehmigte Rodung von 5.000 m2 Wald an der Rügenstraße durch den Eigentümer

 

2019 – Ungenehmigte Fällung von 75 Bäumen, darunter alte Eichen, im Bereich der „Messeachse“ an der Rendsburger Straße und Beseitigung von weiteren Gehölzen auf 5.000 m2 durch die Stadt Neumünster

 

2020 – Ungenehmigte Aufschüttung von mit Bauschutt durchsetztem Mutterboden auf einer Grünlandfläche im Landschaftsschutzgebiet an der Stör durch Investor

 

2020 – Baumfällungen am Kösterschen Kontorhaus während der Verbotszeit

 

2020 – Überdimensionierte Baumfällungen am Reuthengraben durch Investor

 

Und nun:

 

2021 – Ungenehmigte Rodung von 5.000 m2 Wald auf dem ehemaligen Firmengelände der Firma Alpen an der Altonaer Straße durch Investor

 

Diesmal – so ist der aktuellen Tagespresse (19.2.) zu entnehmen – schaltet sich sogar der Umweltminister des Landes Schleswig-Holstein ein und sucht das Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Tauras. Das Thema sind härtere Strafen für derartige Verstöße. Und in der Tat drängte sich in der Vergangenheit durchaus der Eindruck auf, dass vor allem bei Investoren das bereits jetzt rechtlich mögliche Maß zur Ahndung derartiger Verstöße nicht immer ausgeschöpft wurde. Möglicherweise ist dies ein Grund für die nun leider notwendige Fortschreibung der oben stehenden Chronik um den aktuellen Fall. Und es ist zu befürchten, dass dies nicht der letzte Fall dieser Art sein wird – offenbar wird immer weniger Rücksicht auf Belange des Naturschutzes in Neumünster genommen, die Zahl der zumindest zweifelhaften Aktionen und der eindeutig illegalen Handlungen vor allem bei Bauvorhaben in Neumünster nimmt zu. Fällungen ohne Genehmigung und vorherige biologische Begutachtung können zur Zerstörung wichtiger Nist-und Ruhestätten baumhöhlenbewohnender Tierarten (z. B. in Baumhöhlen überwinternde Fledermäuse) führen und so werden u. U. streng geschützte Arten dabei getötet. Es geht hier also nicht nur allein um die Bäume selbst, sondern auch um die Berücksichtigung artenschutzrechtlicher Belange, bei denen es sich dann bei Verstößen nicht mehr „nur“ um Ordnungswidrigkeiten, sondern nach dem Bundesnaturschutzgesetz um Straftaten handelt.

 

Da ist es in der Tat höchste Zeit, vor einer etwaigen Verschärfung der Gesetze schon das jetzt geltende Recht auch in Neumünster konsequent um- und durchzusetzen. Dazu muss z. B. die Untere Naturschutzbehörde in die Lage versetzt werden, die ihr zugedachten Aufgaben erfüllen zu können, damit kein rechtsfreier Raum entsteht. Dies betrifft auch die zahlreichen privaten Eingriffe in innerstädtische Knicks im Stadtgebiet von Neumünster. Bei den Knicks handelt es sich nach dem Landesnaturschutzgesetz Schleswig-Holstein um geschützte Biotope – und von unrechtmäßigen Eingriffen in diese im Stadtgebiet hat die zuständige Behörde seit langer Zeit Kenntnis...

Motocross-Fahrer im NSG Dosenmoor

 

Die Beschränkungen der Corona-Pandemie führen dazu, dass sich überall die Besucherzahlen in den Naherholungsgebieten und damit auch in den Naturschutzgebieten sehr stark erhöht haben. So auch im Naturschutzgebiet Dosenmoor. Das führt leider auch dazu, dass noch mehr als bisher Personen gesperrte Wege nutzen - teilweise in Begleitung nicht angeleinter Hunde. Diese Wege sind nicht ohne Grund gesperrt (und nicht von uns, sondern durch die Landesverordnung zur Ausweisung des Naturschutzgebietes), da in diesen Bereichen - gerade auch jetzt im Winter - die im Moor lebenden Wildtiere nicht gestört werden sollen. Schilder geben über die Sperrung Auskunft - angebliche Unwissenheit ist also keine Entschuldigung für diese Ignoranz.

 

Eine ganz neue "Qualität" der Ignoranz gegenüber dem Naturschutz konnten wir nun gestern auf einer NABU-Fläche am Nordrand des Dosenmoores feststellen: Ein Motocross-Fahrer tobte sich im Naturschutzgebiet aus und hinterließ deutliche Spuren.

 

Wir bitten eindringlich um die Berücksichtigung der Regelungen im Naturschutzgebiet zum Schutze der Natur - das Dosenmoor ist

kein Freitzeitpark, sondern bietet seltenen Tier- und Pflanzenarten ein letztes Rückzugsgebiet! Spaziergänger können von den frei gegebenen Wegen alles Erleben, was das Gebiet zu bieten hat.

Blühstreifen - Leseempfehlung

 

Zum Thema Sinn und Unsinn von sog. "Blühstreifen" möchten wir hiermit auf einen sehr gut recherchierten und geschriebenen Beitrag auf den Internetseiten des NABU Gifhorn hinweisen:

https://nabu-gifhorn.jimdo.com/projekte-arbeitsgruppen/insektensterben/bl%C3%BChstreifen/

Helfen solche Flächen seltenen Insektenarten?
Helfen solche Flächen seltenen Insektenarten?

 

Ein Kurzer Rückblick auf 2020

 

Unsere Mitgliederversammlung 2020 war so früh im Jahr angesetzt, dass wir sie – im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen – noch kurz vor der ersten Corona-Welle und den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen sicher durchführen konnten.

 

Danach kam aber leider das offizielle Vereinsleben auch bei uns weitgehend zum Erliegen. Teilweise war die Durchführung unserer geplanten Veranstaltungen schlicht nicht erlaubt, teilweise haben wir in Zeiten der Lockerungen der Beschränkungen vorsichtshalber auf ihre Durchführung verzichtet, wenn z. B. bei unseren Arbeitseinsätzen tragfähige Hygienekonzepte schwer verlässlich zu realisieren waren. Stattdessen wurden (und werden aktuell!) die meisten der eigentlich wie bisher als gemeinsame Arbeitseinsätze geplanten Pflegemaßnahmen sowie zusätzliche Arbeiten auf den von uns betreuten Flächen von einigen wenigen unserer aktiv(st)en Mitstreiter zeitaufwändig in vielen kleineren Arbeitseinsätzen Corona-gerecht allein oder zu zweit durchgeführt.

 

Wo dieser erhöhte Zeitaufwand unsere Kapazitäten dann doch überstieg konnten wir einige Arbeiten über Lohnunternehmer ausführen lassen, so dass trotz der erschwerten Bedingungen letztlich auf keiner Fläche Pflegedefizite entstanden – im Gegenteil, im Dosenmoor konnten wir unsere Aktivitäten in der Flächenpflege trotz aller Hindernisse sogar über das Maß des Vorjahres weiter erhöhen. Das lag auch daran, dass es im Dosenmoor im Sommer ausnahmsweise doch möglich war, spontan an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer kleinen Gruppe sehr engagierter Mitglieder gemeinsam, wenn auch mit weitem Abstand und geänderten Arbeitsabläufen, tätig zu werden – allen Beteiligten ein ganz herzliches „Danke“ dafür! – Naturschutz lebt vom Mitmachen...

 

Sogar zwei weitere Flächenankäufe, einer im Dosenmoor und einer im Großen Moor, kamen in diesem Ausnahmejahr zustande.

 

Ausführlicher werden wir wie immer auf der Mitgliederversammlung 2021 über die weiteren Geschehnisse des Jahres 2020 berichten – der Termin steht diesmal aus gegebenem Anlass noch nicht fest, wird aber vermutlich ausnahmsweise in der zweiten Jahreshälfte liegen.

 

Der gesamte Vorstand wünscht allen Mitgliedern, Unterstützern und Freunden einen ruhigen, friedlichen Jahreswechsel und hofft, dass das nächste Jahr uns wieder etwas Normalität zurück bringt – und freut sich auf ein Wiedersehen bei hoffentlich wieder möglichen Veranstaltungen, über die wir dann kurzfristig informieren werden.

Hinweise zum Veranstaltungsprogramm und zur Mitgliederversammlung 2021

 

Die Versendung des Veranstaltungsprogrammes und der Einladung zur Mitgliederversammlung 2021 erfolgt nicht wie gewohnt zum Anfang des neuen Jahres. Wir werden mit der Erstellung eines Veranstaltungsprogrammes warten, bis einigermaßen sicher ist, dass die Veranstaltungen wieder ohne Risiko durchführbar sind bzw. überhaupt Veranstaltungen durchgeführt werden dürfen. Gleiches gilt für die Mitgliederversammlung, die 2021 vermutlich erst in der 2. Jahreshälfte stattfinden wird.

Die Meldungen des Jahres 2020 sind in das Archiv umgezogen!